Leben mit Geparden

25 Wochen zu Gast bei einer wildlebenden Gepardenfamilie

Matto H. Barfuss lebte über 25 Wochen mit einer vollkommen wilden Gepardenfamilie in der Serengeti in Tansania zusammen. Nach und nach wurde er mit "allen Rechten und Pflichten" als Familienmitglied akzeptiert. Als "menschlicher Gepard" wanderte er auf allen Vieren mit den Raubkatzen durch eines der größten zusammenhängenden Steppengebiete der Erde. Jahre später konnte er sich sogar der zweiten Generation der Gepardenfamilie anschließen. Es entstanden einmalige Dokumentationen und bezau-bernde Bücher.

Als ich im Juni einmal wieder in die Serengeti (Ostafrika) fuhr, hatte ich anderes vor, als mich von einer wilden Gepardenfamilie adoptieren zu lassen.

Gerade hatten mein Massaifreund Nyangusi und ich die scheinbar endlosen Grassteppen des Serengeti-Nationalparks in Tansania erreicht, da fiel uns ein Punkt am Horizont auf: eine Ge-pardin, wie sich herausstellte. Erst später erkannte ich durch mein 400mm Fotoobjektiv fünf sorgsam versteckte Gepardenkinder, die mich mit großen Augen ängstlich anstarrten. Es war Liebe auf den ersten Blick!
Viele Tage folgte ich den Geparden vorsichtig im Geländewagen. Als ich einmal aus der "Blechkarosse" steigen wollte, versuchte mich die Mutter zu attackieren.

Schließlich nach drei Wochen wage ich den entscheidenden Schritt:

Behutsam gleite ich aus dem Geländewagen.
Ich bin allein in der großartigen Steppe. Die Gepardenfamilie ist noch weit entfernt. Ich liege flach im Gras und hebe vorsichtig meinen Kopf. Just in dem Augenblick erkennen mich die Geparden. Die Gepardenmutter fixiert mich an. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, jedenfalls bin ich entsetzlich aufgeregt. Während die Mutter sich nicht vom Fleck bewegt, kommen die Gepardenkinder langsam näher. Alles dauert eine Ewigkeit.
Plötzlich betatscht ein junger Gepard meine Schuhe. Irritiert drehe ich mich um. Er weicht zurück und faucht. Ich bin umzingelt. Die kleinen Geparde gurren wie Täubchen. Manchmal erschrecken sie über ihre Neugierde, springen zurück und fauchen. Kaum einige Augenblicke später sind sie wieder da. Die Gepardenmutter hält Distanz, aber sie beobachtet alles ganz genau. Wehe, ich riskiere eine falsche Bewegung.
Am nächsten Morgen sind die Gepardenkinder voller Spielwitz. Zwar sind sie noch ängstlich, doch im Eifer des Gefechts geben sie jegliche Distanz auf.
Zunächst habe ich viel zu lernen, denn ich möchte den Geparden niemals als Mensch begeg-nen. Deshalb bin ich stets auf Händen und Füßen unterwegs und absolviere einen Schnellkur-sus in Gepardensprache: Das Schnurren, der feine Gepardenruf und das Gurren, dem man all seine Emotionen beimischt und damit einen großen Teil des notwendigen "Vokabulars" ab-deckt. Nicht zu vergessen wäre das Fauchen, um sich notfalls seiner Haut zu wehren, wenn die Geparde zu wild spielen oder wenn es an der Beute zur Sache geht. Ansonsten können Geparde hervorragend Stimmungen interpretieren - viel wichtiger für die eigentlich schweig-samen Tiere. Und zu guter letzt gibt es eine Menge Verhaltensweisen zu lernen.
Nach einer Woche geschieht etwas Unfaßbares. Ganz unvermittelt kommt die stattliche Raubkatzenmutter zu mir heran. Ich liege auf dem Boden und kann nicht mehr reagieren. Plötzlich sind wir Nase an Nase. Samtweiche Augen schauen mich an. Sie betastet mich an der Schulter. Obwohl sie bedrohlich lange und scharfe Krallen hat, verletzt sie mich nicht. Alles dauert nur wenige Augenblicke. Doch danach ist alles anders. Sie schenkt mir volles Vertrauen.
Ich bin Gepard mit allen Rechten und Pflichten: Wir teilen uns die Wachfunktion, oder ich bin Spielpartner für die Gepardenkinder. Andererseits bin ich auf den langen Wanderungen als "Vierbeiner" einfach langsamer. Dann kann ich die Mutter "gepardisch" rufen und sie wartet auf mich. Ich muß auch lernen, daß Aggression wichtig ist, um meine Stellung inner-halb der Familie zu sichern. Bald schon fühle ich mich mehr als Gepard, denn als Mensch. Und das ist auch gut so, denn Begegnungen mit Löwen und Elefanten kann ich nur mit dem instinktiven Scharfsinn eines erfahrenen "Geparden" meistern.
Nach einem 17 wöchigen Leben als "Gepard" unter Geparden, muß ich mich zwangsweise verabschieden. Die Gepardenkinder sind fast erwachsen. Die Wanderungen werden immer länger. Ich kann auf allen Vieren nicht mehr mithalten. Doch die bezaubernden Erlebnisse lassen mich nicht mehr los. Nach 2 Jahren passiert ein Wunder. Ich treffe "Dione", eine der Gepardentöchter nach langer Suche kreuz und quer durch die afrikanischen Steppen. Sie ist mittlerweile stolze Mutter zweier Jungen. Sie erkennt mich nach all der langen Zeit wieder, und ich komme nicht umhin, mich der kleinen Familie anzuschließen. Ein neues Leben als Gepardenmensch beginnt. Zunächst lebe ich 8 Wochen mit der Raubkatzenfamilie zusammen. Später entsteht der Film "Der Gepardenmensch.

Matto Barfuss hat seine bezaubernden Erlebnisse in den Bestseller-Bildband "Ich war ein Gepard" und dem Nachfolgebildband "Barfuss im Gepardenland" festgehalten

 

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